Mobiles Internet steht vor dem Durchbruch – Deutschland hinkt hinterher

| 18. Oktober 2009 | Keine Kommentare

Nach zehn Jahren der kleinen Schritte ist die mobile Branche in Deutschland bereit zum Durchstarten. Wer die wichtigsten Voraussetzungen beachtet, hat jetzt gute Aussichten auf Erfolg. Auf dem eco Kongress in Köln identifizierten die Experten des Panels „Mobile“ die wichtigsten Erfolgsfaktoren.

„Die Geduld der Marktteilnehmer im Mobile-Sektor ist gehörig auf die Probe gestellt worden“, sagt eco Geschäftsführer Harald A. Summa. „Jetzt haben sie alles, was sie brauchen: Infrastruktur, hoch entwickelte Endgeräte und nicht zuletzt Ideen – dafür sollte man den Blick international weiten. Viele Ideen sind schon da, man muss sie nur für Deutschland nutzbar machen. Lateinamerika und Afrika beispielsweise liefern bereits ausgezeichnete Ansätze für sehr einfach zu bedienende Anwendungen. Adaptiert man diese und ergänzt europäische Programmier- und Sicherheitsstandards, hat man Anwendungen für den hiesigen Markt.“

Wichtig für den Erfolg ist nach Meinung der Branchenexperten, dass Mobilfunkbetreiber über den Tellerrand blicken und extern entwickeln lassen: „Die Zukunft liegt in der Community, sie ist die Innovationsmaschine“, sagt Dr. Bettina Horster, Leiterin des Arbeitskreises M-Commerce bei eco und Vorstand der VIVAI AG. Die Diskussion in der Branche gehe weg von Tarifüberlegungen und hin zu Applikationen und Content: „Die Preise für mobiles Internet werden sinken und so wird eine kritische Masse erreicht werden, für die man dann entwickeln kann – dann sind wir bei Mobile Media angekommen. Die skandinavischen Länder und auch Österreich zeigen, dass dies der Weg in die mobile Zukunft ist“, erläutert Dr. Bettina Horster. „Für diesen Weg brauchen wir starke Netzbetreiber, die zu Kooperationen und Veränderungen bereit sind. Die Hälfte der Laufzeit für die UMTS-Lizenzen ist vorbei, jetzt müssen alle einen Zahn zulegen.“

Tatsache ist, dass das mobile Internet in vielen Regionen der Welt weiter ist: In Asien zum Beispiel ist es schon fast normal, über das Handy das Internet zu nutzen. In Osteuropa haben viele Verbraucher erst über ihr Handy Zugang zum Internet bekommen, dort sind private PCs und Notebooks weniger stark verbreitet. Man ist somit unter Umgehung des stationären Internets direkt in das mobile Internet gesprungen. Auch in diesen Ländern wurde kräftig in die Infrastruktur investiert. Es gilt jetzt, dass zum Beispiel eCommerce Anbieter in das mobile Internert investieren und sich nicht auf traditionelle MultiChannel-Lösungen konzentrieren, denn dann verpassen sie den Zug, der gerade den Bahnhof verlässt und Fahrt aufnimmt, endgültig.

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Kategorie: Mobiles Internet, Nachrichten

Über den Autor ()

Markus Burgdorf ist Journalist und PR-Berater. Als Geschäftsführer der deutschen Kommunikations-Agentur Avandy GmbH und Gründer der App Agency berät er Telekommunikationsunternehmen, App-Herausgeber und Firmen weiterer Branchen, die auf M-Commerce setzen möchten.

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